Konzertagentur besprach Open-Air-Feste mit Wirten und Geschäftsleuten
Osterhofen (sch). Mit zwei Open-Air-Veranstaltungen will die Stadt im Jubiläumsjahr 2004 den Stadtplatz beleben. Bei einer ersten Besprechung mit Wirten, Geschäftsleuten und der Agentur Donaukonzerte als Veranstalter wurde jedoch schnell klar, dass sich auch hier noch vieles ums liebe Geld dreht. Das eigentliche Ziel von Reiner Wagner, dem Chef der Osterhofener Konzertagentur, war es, den Eintritt bei der "Italienischen Nacht" am 16. Juli "auf Null zu fahren". Bei kostenlosem Eintritt seien rund 40 bis 50 Prozent mehr Besucher zu erwarten, schätzt Wagner. Die Kosten für die Italo-Pop-Band "I dolci Signori", die mit Gassenhauern von Eros Ramazotti über Gianna Nannini bis hin zu Zucchero aufwarten wird, sowie Technik, Deko, Werbung, Aufbau, GEMA und Garnituren etc. sollten von den Standbetreibern mitfinanziert werden.
Um italienisches Flair auf den Stadtplatz zu zaubern, sollen Pizza, Pasta und Panino, Eis, Käse und Süßspeisen angeboten werden. Den Getränkeverkauf übernimmt die Agentur selbst. Die Bühne soll rechts neben dem Rathaus aufgebaut werden, die Sitzgarnitur auf dem Marktplatz gegenüber.
Sparkassen-Parkplatz als Alternative im Gespräch Um auf ihre Kosten zu kommen, müsste die Agentur etwa fünf Euro Eintritt verlangen. In der Diskussion wurde jedoch die schwierige Absperrung des Platzes angesprochen und Zweifel an der Rentabilität geäußert. Da keiner einen hässlichen Bauzaun mit Schilfmatten will, brachte Gastwirt Helmut Habereder den Platz hinter der Sparkasse als Alternative zur Sprache. Mit der Bank will Reiner Wagner demnächst Gespräche diesbezüglich führen.
Die Wirte und Geschäftsleute sollen jetzt ein Angebot abgeben, ob sie nicht doch das Fest auf dem Stadtplatz mitfinanzieren wollen. Die Stadt sicherte bereits zu, die Verkehrsregelung zu übernehmen und Toilettencontainer aufzustellen. Einen Zuschuss an einen privaten Veranstalter könne die Stadt, so Kulturreferent Ludwig Einhell, allerdings nicht gewähren, um keinen Präzedenzfall für Folgeanträge zu schaffen. Angeregt wurde, alle Gastwirte am Stadtplatz zu bitten, die Kosten mitzutragen, da diese ja auch vom Open-Air profitieren würden. "Bei Veranstaltungen in Vilshofen ist das Pflicht", merkte Wagner an.
Bereits fix ist dagegen die Aufführung des Musicals "Joseph" am 18. Juni am Stadtplatz durch den Musicalverein Jägerwirth. Das Ensemble feierte damit 2003 beim Kirchentag in Berlin vor 3000 Zuschauern begeisterte Erfolge. Die Bewirtung übernimmt wieder die Konzertagentur, lediglich für das Essen können sich örtliche Gastronomen bewerben. Als Sponsor hat Reiner Wagner eine Firma aus dem Landkreis gefunden. Von den Osterhofener Betrieben war keiner bereit, für "dezentes Kultursponsoring" einen vierstelligen Betrag zu investieren . . .
OZ vom 11.03.2004
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