Osterhofen im Königreich Bayern und im Dritten Reich – Vortrag über „Stift und Stadt“
Osterhofen. (fe) Anlässlich des Jubiläums „1000 Jahre Osterhofen“ finden im Kloster Damenstift drei Vorträge zur Stadtgeschichte statt. Drei Referenten beschäftigen sich mit dem Stift und der Stadt sowie mit den Themen Osterhofen im Königreich Bayern und im Dritten Reich.
Der erste Vortrag findet am 9. März um 19.00 Uhr im Festsaal des Klosters „Damenstift“ statt. Diözesanarchivar Dr. Herbert Wurster aus Passau referiert über das Thema „Stift und Stadt Osterhofen – Von der Aufhebung des Prämonstratenserstiftes bis zur Errichtung des Maria-Ward-Institutes“. Klöster waren für die Welt des Mittelalters und der frühen Neuzeit von außerordentlich hoher Bedeutung. Sie waren Zentren des geistigen und wirtschaftlichen Lebens in einer Region. So prägte auch die Prämonstratenserabtei Osterhofen die Stadt und ihr Umland. Doch 1783 wurde das Stift aufgelöst. Die Auflösung nahm also eine Sonderrolle ein, da die Säkularisation mit dem Ende der Klöster in Bayern erst 1802/1803 erfolgte. Welche Funktion das Stift Osterhofen für die Entwicklung der Stadt bis 1783 hatte und warum es 20 Jahre vor der eigentlichen Säkularisation aufgelöst wurde, soll der Vortrag des Diözesanarchivars Dr. Herbert Wurster klären.
Über „Osterhofen im Königreich Bayern (1806 bis 1918)“ referiert Professor Dr. Michael Körner aus München am Dienstag, 23. März, um 19.00 Uhr. 1806 wurde Bayern Königreich. Monarchen wie Ludwig oder Prinzregent Luitpold prägten das 19. Jahrhundert in Bayern. Doch welche Rolle spielte bei alldem Niederbayern und im Speziellen Osterhofen? Wie wirkte sich die beginnende Industrialisierung der Gesellschaft in einem so agrarisch geprägten Raum wie dem Gäuboden aus? Das 19. Jahrhundert aus Osterhofener Perspektive will Professor Dr. Hans-Michael Körner beleuchten. Dabei werden sicher neue Erkenntnisse für die jüngere Stadtgeschichte zu gewinnen sein, deren Wert in die Gegenwart hineinreichen werden.
Referent Professor Dr. Winfried Becker aus Passau hält am Dienstag,
30. März, um 19.00 Uhr einen Vortrag über „Osterhofen im Dritten Reich
und der Nachkriegszeit“.
Das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte ist zweifellos die
nationalsozialistische Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945. Wie
dieser Zeitraum für Osterhofen aussah und wie sich die Diktatur und
der Krieg in unserer Region auswirkten, erläutert Professor Dr.
Winfried Becker. Er wird aber auch den Bogen in die
Nachkriegsgeschichte spannen. Dabei wird neben dem Wiederaufbau
sicherlich die Integration der Vertriebenen, aber auch die
wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung Niederbayerns in den letzten
Jahrzehnten thematisiert werden.
Insbesondere bei diesem Vortrag wird deutlich werden, welche
Veränderungen die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts für Niederbayern
bedeutete.
Die Vorträge finden am Dienstag 9., 23. und 30. März, jeweils um 19.00
Uhr im Festsaal des Klosters „Damenstift“ statt.
PLATTLINGER ANZEIGER, Donnerstag 4. März 2004
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